Maurizio (Mauro) Greco

*22.06.1984   15.11.2009
Mauro
Wenn Liebe einen Weg zum Himmel fände
und Erinnerungen Stufen wären,
würden wir hinaufsteigen und Dich zurückholen.
Mauros Kondolenzbuch

Maurizio Greco stirbt auf dem Fußballplatz


Der Fußballer der TuS Güldenstern Stade bricht ohne äußere Einwirkung während des Spiel zusammen - Fußballer und Fans trauern um den 25-Jährigen

Stade.
Jetzt erschüttert auch im Kreis Stade der Tod eines Fußballers die Menschen. Maurizio Greco ist tot. Der 25-Jährige brach ohne gegnerische Einwirkung am Sonntagnachmittag während der Oberligapartie zwischen TuS Güldenstern Stade und Lupo Martini Wolfsburg leblos zusammen. Die sofort eingeleitete Herz-Rhythmus-Massage setzte der Notarzt mit Reanimationsversuchen fort. Als Greco mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht wurde, herrschte bei Fans, Vereinsverantwortlichen und Spielern auf der Camper Höhe Fassungslosigkeit. Wenig später war klar: Greco ist tot.
Die Nachricht kam kurz nach der Einlieferung ins Elbe Klinikum. Alle Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. Grecos Familie und viele Mitspieler sowie Vereinspräsident Thomas Trabandt und Trainer Martin König waren mit ins Krankenhaus gefahren. Sie erfuhren die Todesnachricht dort. Nach ersten Aussagen starb Greco an plötzlichem Herzversagen.
Trainer Martin König: "Wir sind fassungslos, geschockt und tief traurig, unsere Gedanken sind jetzt bei der Familie." Der gebürtige Italiener Greco, der vor eineinhalb Jahren vom Buxtehuder SV zu Güldenstern Stade gewechselt war, hinterlässt seine Partnerin und einen drei Monate alten Sohn.
Auch die Gäste aus Wolfsburg reagierten äußerst betroffen. "Ich habe hier im Bus immer noch Spieler, die weinen", sagte Trainer Francisco Coppi einem Journalisten der Wolfsburger Nachrichten. Der Verein Lupo Martini wurde von italienischen VW-Mitarbeitern gegründet.
Viele Menschen reagierten geschockt. Lars Jagemann, Trainer des Liga-Konkurrenten und Nachbarn SV Drochtersen/Assel, brach die Pressekonferenz nach dem Spiel beim MTV Gifhorn sofort ab, als er von Grecos Tod erfuhr. "Wir haben die Nachricht mit Bestürzung aufgenommen. Es ist bei uns im Bus sehr ruhig", sagte D/A-Manager Rigo Gooßen. "Das ist einfach nur schlimm."
"Wir sind alle nur traurig und hilflos", sagte Carsten Schult, Manager des zweiten Stader Ligakonkurrenten SV Ahlerstedt/Ottendorf. Er frage sich, ob sein Verein auf einen vergleichbaren Fall vorbereitet sei und sofort helfen könnte.
Die Begegnung hatten die Mannschaften mit einer Trauerminute für den toten Nationaltorhüter Robert Enke begonnen, nicht ahnend, welche tragische Dimension die Stader Partie am Tag der Trauerfeier von Enke in Hannover bekommen sollte.
Maurizio Greco war in der 78. Minute beim Zurücklaufen aus dem Wolfsburger Strafraum ohne einen sichtbaren Grund zusammengebrochen und bewegungslos liegengeblieben. Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt nach einem Freistoßpfiff unterbrochen. Der Stürmer und Stammspieler Greco war erst zur Halbzeit eingewechselt worden. Er hatte am Wochenanfang wegen einer Erkältung nicht trainiert. Mit sechs Toren in dieser Saison war er der erfolgreichste Torschütze des Oberligisten.
Krankenwagen und Notarzt wurden unmittelbar nach Grecos Zusammenbruch alarmiert. Allen war die Dramatik des Geschehens sofort klar. Der Krankenwagen kam nach zehn Minuten, der Notarztwagen wenige Minuten danach. Schon bevor der Krankenwagen eintraf, versuchten die Anwesenden, das Leben des Fußballers mit Herz-Rhythmus-Massage zu retten. Zuschauern und Spielern kam die Wartezeit auf die Rettungssanitäter wie eine Ewigkeit vor.
Dass Schiedsrichter Andre Schönheit die Begegnung kurz darauf auch offiziell abbrach, interessierte zu diesem Zeitpunkt niemanden mehr. Das Spiel muss nachgeholt werden. Wann TuS Güldenstern Stade wieder in den Punktspielbetrieb einsteigt, war am Sonntagabend völlig unklar. Das Güldenstern-Team wird sich am Dienstagabend erst einmal bei Trainer König treffen und den Versuch starten, das Erlebte zu verarbeiten.
Buxtehuder Tageblatt vom 16.11.2009